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Der Verband

Studie zu „Gewalt in der Pflege“- Einschätzungen und Reaktionen

Die Veröffentlichung der Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) hat, zumindest im Saarland, für Schlagzeilen gesorgt. Die Studie basiert auf der Auswertung von 402 Fragebogen, die von Beschäftigten stationärer Pflegeeinrichtungen beantwortet wurden.

 

In einem Fachartikel der Zeitschrift „Die Schwester der Pflege“ 9|17 kommt man zu dem Schluss, dass die Befragungsergebnisse „in mehrfacher Hinsicht methodisch limitiert“ sind. Dies gelte für das Prinzip der Zufallsstichprobe, die keine Verteilung der Angaben auf unterschiedliche Einrichtungen oder Berufsgruppen zulässt. Auch wurde kein einheitliches Gewaltverständnis zugrunde gelegt. Die Fragen seien weitgehend deskriptiv (Anm. Redaktion: sachlich darstellend) angelegt und lassen keine Erkenntnisse zu Ursachen oder Gründen von beschrieben Einschätzungen zu. Dennoch  gäbe die Studie, auch im Kontext mit anderen Untersuchungen, wichtige Hinweise zu dem Umgang mit dem Thema „Gewalt in der stationären Langzeitpflege“.

 

Im Saarland hat die Saarländische Pflegegesellschaft (SPG) im Jahr 2014 eine große Fachveranstaltung zur „Gewalt durch Pflege“ durchgeführt. Sehr viele Pflegeheimen im Saarland nutzten die Möglichkeit sich zu informieren, auszutauschen und Anregungen für die eigene Angebote und Aktivitäten zu erhalten. Ein Vorschlag der SPG, gemeinsam mit den medizinischen Diensten der Krankenversicherung (MdK) und der Heimaufsicht ein „Gewalt-Monitoring“ zu installieren um daraus gemeinsam Maßnahmen abzuleiten, wurde nicht aufgegriffen. In der Sitzung des Landespflegeausschusses am 13.06.2017 erklärten, auf Nachfrage der SPG, die Vertreter von Heimaufsicht und MdK, dass keine justiziablen Gewaltereignisse in der jüngsten Vergangenheit zu verzeichnen waren. Das Thema „unangemessener Umgangston“, dass der Pflegebeauftrage Bender auch in  Artikel der Saarbrücker Zeitung am 07.09.17 benannt hat, wurde allerdings von ihm auch schon in dieser Sitzung angesprochen.

 

Die Teilnehmer der „Trägerkonferenz Pflege“ des PARITÄTISCHEN Rheinland-Pfalz-Saarland, welche am 07.09.2017, am Tag der Pressemeldung der Saarbrücker Zeitung (SZ), durchgeführt wurde, zeigten sich empört über den journalistischen Umgang mit dem Thema. „Hier werden alle unsere Bemühungen junge Menschen für den Beruf zu gewinnen mit einer reißerischen Berichterstattung zunichte gemacht“ so ein Teilnehmer. Anstoß nahm man vor allem an den Überschriften und dem Bild mit dem umgekippten Rollstuhl. „Diese Eindrücke bleiben hängen und diskreditieren die Branche weiter“ so ein andere Teilnehmerin. Es gab aber auch andere Reaktionen, so mahnte ein Teilnehmer an: „Wir müssen unsere Bemühungen zur Qualitätsentwicklung und zur Gewaltvermeidung mehr als bisher nach außen verdeutlichen.“ Hingewiesen wurde auf das Projekt zur Reduzierung von freiheitsentziehenden Maßnahmen im Saarland, welches nachweislich zu einer signifikanten Verringerung von gerichtlich angeordneten Maßnahmen geführt hat.

 

>> Fachartikel „Eine fast alltägliche Erfahrung“ der Zeitschrift Die Schwester Der Pfleger 9|17 (PDF) Hinweis der Redaktion: es handelt sich um eine gkürzte Fassung der Studie, welche erst Mitte September auf der Hompage des ZQP veröffentlicht werden soll.

 

>> ZQP - Befragung „Gewalt in der stationären Langzeitpflege" (PDF)

 

>> ZQP Report Gewaltprävention in der Pflege (Link)

 

>> Artikel der Saarbrücker Zeitung vom 07.09.2017 (PDF)

 

>> Bericht der Saarländischen Pflegegesellschaft zur Fachtagung „Gewalt durch Pflege – Erkenntnisstand und Prävention (Link)

 

 

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